Variantenbildung in der Phraseologie aus historischer Perspektive
Sinossi
Phraseologischer Wandel verläuft durch morphologische und semantische Veränderungen schon während der Entstehung von Phraseologismen. Aber auch bereits lexikalisierte Einheiten können sich später noch ändern. Der Wandel kann sowohl ihre Bedeutung betreffen (Polysemierung oder Änderung der konnotativen Bedeutung), noch häufiger ist aber die Form der Einheiten betroffen. Der Artikel nimmt aus sprachhistorischer Perspektive die wichtigsten Typen bzw. Ursachen der Variantenbildung kurz unter die Lupe und veranschaulicht sie durch Beispiele aus dem Ungarischen und Deutschen. Am häufigsten ist der Austausch von Komponenten. Die entstandenen neuen Varianten werden eine Weile parallel zu den älteren gebraucht, mit der Zeit können jedoch etliche Formen veraltet klingen oder sogar aus dem Gebrauch verschwinden. Weiterhin kann sich in manchen Wortverbindungen die Zahl der Komponenten ändern (Weglassen bzw. nachträglicher Einschub von Komponenten). Manchmal kommt es zur Veränderung des strukturellen Typs einzelner Phraseologismen. Dabei entsteht durch die Abkürzung eines früheren Sprichworts ein in den Satz einzubettendes Phrasem oder umgekehrt: ein Phrasem wird zu einem Sprichwort ausgebaut. Zu den Veränderungen der Form gehört noch der Wandel der Wortfolge in gewissen Ausdrücken, vor allem in Zwillingsformen.
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